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#1

Baden in Blut Festival 2019

in Festivals 21.08.2019 20:03
von primelfear81leer | 2.862 Beiträge

Bericht Baden in Blut Festival, Freitag, 19.07.2019 und Samstag, 20.07.2019

Vorspann:
Die diesjährige, mit noch mehr Spannung als sonst erwartete Ausgabe des Open Airs, sollte erstmalig über 1,5 Tage statt des klassischen Ein-Tages-Festivals ausgetragen werden. Wirtschaftlich sinnvoll für die Veranstalter und ein weiterer Tag mehr zum Feiern für das Publikum also definitiv eine großartige Idee. Mit Neuerungen wie einer Sortimentserweiterung um qualitativ hochwertigen Whisky oder Pale Ale, vergrößerter Händlermeile, Wassertoiletten am Gelände und einer After Show Party in Lörrach inkl. Shuttle Bus Service, wurde von Seiten der Veranstalter das Konzept sinnvoll ausgebaut. Motiviert wie eh und je standen selbstverständlich auch die Keepers und deren Freunde wieder Gewehr bei Fuß um tüchtig mit zu tun. Sowohl beim Arbeiten und Unterstützen unserer Freunde der Maniacs, als auch beim Feiern ging’s gut zur Sache. Aber was willsch mache, wie mer bi uns unte säge 😎. Also los...

Freitag, 19.07.2019

Nachdem der Schreiberling dieser Zeilen bereits am Donnerstag beim Aufbau mitwerkelte, ging’s am Freitag etwas gemütlicher los. Der Vormittag wurde nach dem Aufstehen chillig und stressfrei verbracht, ehe gegen Mittag meine Perle eintraf und wir kurz darauf Richtung Weil am Rhein aufbrachen. Nach Ankunft am Parkplatz gab's dann erstmal ein/zwei Hülsen ehe wir nach vorne zum Gelände gingen. Da der Großteil des Aufbaus bereits erfolgreich gemeistert war, galt es nach dem Eintreffen nur hie und da mal noch kurzfristig mit anzupacken. Für Nadja und mich stand jedoch bis abends trotzdem erstmal kein Feiern auf dem Programm, waren wir doch zum Helfen am Parkplatz eingeteilt.

Unsere Schicht startete dann sogar noch einiges vor dem eigentlich geplanten Beginn, fuhren doch schon zeitig die ersten Kunden unkontrolliert auf den Parkplatz ein. Dem musste selbstredend professionell abgeholfen werden. Mit gelber Warnweste und Wasserflasche in der Hand, konnte bei diesem autoritären Outfit auch niemand wirklich ernsthaft Widerstand leisten wollen 😉. Und so sorgten wir gemeinsam mit unseren Kollegen dafür, dass auch jedes einfahrende Auto millimetergenau auf seinen Platz fuhr ;-). Um zwanzig Uhr hieß es für uns dann Feierabend machen und ab auf’s Gelände.
Nach der Bewaffnung mit einem kalten Bierchen blieb gerade noch Zeit die letzten Songs von „Bölzer“ zu sehen. Da ich die Band nur namentlich kannte, war ich recht gespannt was mir denn da so um die Ohren fliegen sollte. Auffallend zuerst einmal, dass die Combo nur aus zwei Leuten besteht und der Sound nur mit Schlagzeug und Gitarren erschaffen wird (s. a. Mantar). Wenig Leutz, aber Oho, würde ich mal das Ergebnis betiteln. Aufgrund der sehr wenigen Songs die ich hören konnte, sowie keinerlei Kenntnis vorab, lief das doch recht gut rein und wird mit Sicherheit meinerseits mal in Ruhe unter die Hufe genommen. Ein Festival kann auf jeden Fall schlechter losgehen.

Nach Beendigung des Konzertes, anschließendem Gequake mit unserer Truppe sowie einem neuen Bierchen stand dann als nächstes und Headliner des Tages „Aborted" auf dem Programm. Bei mir als bekanntem Nicht-Brutal Death Metaller bolzte somit gewiss nicht meine Lieblingsband auf der Bühne, was jedoch Können und Kunst der Combo keinesfalls schmälern soll. Ganz im Gegenteil gefiel mir der Gig doch besser als erwartet und ich hatte den Eindruck dass die Band sehr gut beim Publikum ankam. Da ich persönlich aus genannten Gründen aber weder Songs noch Texte hier näher beurteilten kann, schließe ich hier den (für mich eh kurzen) musikalischen Tag ab (allerdings fand Nadja den Gig extrem cool, soll ich hier ausdrücklich schreiben 😜). Nach verlassen des Infields verweilten meine Freaks und ich noch kurz am Gelände ehe wir den Abend am Wohnwagen eines Freundes ausklingen ließen.

Fazit des ersten Tages: alles bestens! Das Warm-Up wurde gut besucht und von den Leuten positiv aufgenommen. Organisatorisch lief meiner (außenstehenden) Meinung nach soweit alles rund ich hoffe dass der Warm-Up Tag auch künftig Bestand hat.

Samstag, 21.07.2019

Nach einem relativ guten und recht langen Schlaf für eine Übernachtung im Auto, stand nach dem Erwachen und dem obligatorischen Blick auf die Uhr dann erstmal das Sortieren der alten Knochen und das Abchecken nach dem Verbleib meiner Mitstreiter auf dem Programm. Nachdem alle Chaoten inkl. meiner besseren Hälfte in ordentlicher Verfassung vorgefunden wurden, stand dann nach einer kurzen gemütlichen Runde für Nadja und mich der Gang Richtung Gelände auf dem Plan, da der nächste Arbeitseinsatz schon wieder kurz bevor stand. Vorne angekommen konnte auch kaum der freundlich gesponserte Kaffee der Maniacs ausgetrunken werden, ehe ich mit einer Kollegin außerplanmäßig auch schon zum Parkplatz sprintete. Dies hatte zum einen den Hintergrund, dass diverse Helden der Neuzeit (und die taugen bekanntlich nix) die Einfahrt zum Parkplatz übersahen und in den Zulieferer/Band/VIP-Bereich einfahren wollten, und zum anderen ein französischer Busfahrer dies bereits erfolgreich getan hatte und nicht mehr zum Wegfahren bewegt werden konnte. Dieser tapfere Gallier, nennen wir ihn „Ichfahrnix“, würde vermutlich heute noch hier stehen, hätte ihm nicht Teutates selbst irgendwann den telepathischen Befehl zum Aufgeben gegeben.

Den letzten Teil des Szenarios bekam ich leider nicht mehr mit (ich danke trotzdem für den göttlichen Beistand), da sich in der Zwischenzeit ein ganz anderes Problem auftat: aufgrund der vom Vorabend noch parkenden Autos (nicht alle Besucher fuhren wieder heim, sondern übernachteten wie wir in der Karre) und den hinterlassenen Lücken der abgereisten Fans, drohte durch früh angereiste Leutz des heutigen Tages ein unkontrolliertes Park-Chaos der allerersten Güteklasse. Für die erste Schicht hieß das erneut vor dem geplanten Beginn anzufangen um der Sache Herr zu werden. Die nächsten zwei Stunden sprintete also Usain Schiffel Bolt mit Kollegen zwischen Parklücken und den freien Flächen hin und her um ankommende Gäste einzuweisen. Befremdliche Erkenntnisse über menschliche Kommunikation ergaben sich zwischendurch aber immer wieder, reagierten doch einige Gallier auf mein Winken nach Einfahrt auf den Parkplatz mit einem freundlichen Zurückwinken, um dann stumpf in die andere Richtung davon zu fahren und sich irgendwo quer in die Walachei zu hacken. Wenn sich da „Ichfahrnix“ nicht mit seinen Kumpels „Ichgucknix“ und „Ichblicknix“ zusammen getan hat, weiss ich aber auch nicht…

Nun ja, nachdem die Reihen des Vortages irgendwann aufgefüllt und die neuen Reihen problemloser gestellt werden konnten (von den genannten Galliern abgesehen), ging die restliche Schicht etwas entspannter vonstatten.
Währenddessen startete mit „Pertness“ die erste Band des Tages und eröffnete das diesjährige Festival. Wie sich die Combo geschlagen hat lest ihr hier vom General:

„Den Opener des diesjährigen BIB hat ja man schon beim Blood Battle gesehen. Der Sound am frühen Mittag auf der Open Air Bühne wirkt aber im
Vergleich zum letzten Mal ein wenig schwachbrüstig und das wird auch später nur wenig nachgesteuert. Dafür gehen die Songs jetzt noch besser
in den Schädel und gefallen immer noch sehr gut. Musikalisch gibt es keine Verbindung zum Schottenrock-Outfit der Band, die Schweizer bleiben
doch eher irgendwo zwischen Power und Heavy Metal. Die Band hat definitiv noch Potential, auch dank der guten Stimme des Fronters.“

Am Parkplatz war dann auch für Nadja und mich um 15 Uhr endlich Feierabend und wir machten uns gut gelaunt auf den Weg zum Gelände.
Nach Begrüßung diverser Bekannter und Freunde sowie der obligatorischen Bewaffnung mit einem Bierchen enterten wir das Infield um uns den restlichen Gig der schweizer Damen von „Burning Witches“ anzusehen. Den Überblick zum Konzert verschafft euch erneut unser Finanzminister:

„Der General hatte sich ja extra diese Band vom Arbeiten frei halten lassen und das nicht nur, weil hier eine der wenigen reinen Frauenbands
einen zum Besten gibt, auch einige der Songs wissen auf Platte gut zu überzeugen. Aber das muss sich Live erst noch bestätigen, zumal
die Sängerin erst vor Kurzem ausgetauscht wurde. Die Damen der Schöpfung fangen grundsolide an, aber die (Lead?)Gitarre von Sonia
Nusselder hat gleich mal massive Probleme und fällt dann ganz aus. Der Sound bleibt somit natürlich schwach. Auch ein Gitarrenwechsel
und Rückgriff auf Kabel statt Funk löst das Ganze erstmal nicht. Zu allem Übel dreht man dann auch noch kurz die Gitarre beim Testen hinter
der Bühne voll auf und überdeckt damit den gesamten Sound. Der Technik fällt damit etwa der halbe Auftritt zum Opfer.
Die Hexen ziehen trotzdem durch und versuchen mächtig Stimmung zu machen - vor allem Frontfrau Laura Guldemond (übrigens Top-Figur =)). So bleibt
der Gig natürlich etwas hinter den Erwartungen zurück, war aber trotzdem gut und ich denke Verbrennungen wird es in Zukunft noch öfter und auf
größeren Bühnen geben. Vielleicht kommt die Saiten-hexerin Nusselder dann ein wenig mehr aus sich raus. Aber lag sicherlich nur an den
Technikproblemen ;-).“

Nach Beendigung des Konzertes schlurften wir, wie ein großer Teil der Masse, erstmal von Infield Richtung Gelände zurück. Wie auf einem Familien-Festival üblich wurden auch jetzt jede Menge Freunde und Bekannte begrüßt und der ein oder andere Plausch gehalten. Dazu gehörten auch diverse Keepers, die man aufgrund des zum Teil parallel verlaufenen Arbeitseinsatzes heute noch nicht groß gesehen hatte.
Viel Zeit für derlei Aktivitäten blieb allerdings nicht, denn mit „Audrey Horne“ sollte als nächstes eine Rock'n'Roll Band der allerersten Güteklasse dem gemeinen Fan ihre Hits auf den Kessel klatschen. Also Bier her und zurück vor die Bühne. Dies keine Sekunde zu früh, denn bereits beim Passieren der Einlasskontrolle hörten wir schon die ersten Töne.
Nachdem wir uns problemlos einen super Platz ergattert hatten (das geht beim BiB zum Glück immer) zog uns sofort die großartige Show in seinen Bann. Die Herren aus Norwegen ließen sich aber bei Gott auch nicht lumpen. Mit großer Spielfreude und fantastischer Fan-Nähe wurde ein Hit nach dem anderen ins Publikum gefeuert. Erwähnt seien an dieser Stelle „Audrevolution“, „This is War“, „There goes a Lady“ oder natürlich „Redemption Blues“. Zwischendurch kamen die Musiker sogar in die Menge um zusammen mit den Leuten eine gigantische Party zu feiern. Sensationell! Das haut auch den stärksten Eskimo vom Schlitten, unter Garantie! Und wer dann noch steht kriegt eine von Buddy mit! So muss Rock'n'Roll sein! Viel zu früh mussten die Jungs aber gefühlt kurze Zeit später leider schon wieder von der Bühne. Zurück blieb eine grinsende und zufriedene Meute. Als nette Anekdote zur Band sei hier aber noch erwähnt, dass der Schreiberling aus sicherer Quelle weiss, dass diese Jungs auch Backstage sehr nett und weit entfernt von irgendwelchen Star-Allüren sind. 100% Rock'n'Roll eben 😎! Alles andere hätte aber auch verwundert.

Anschließend verließen wir recht zügig den Platz, denn während des letzten Songs steckte mir Bergi bereits, dass sich Papa Schiffel auf einen Besuch am Gelände eingefunden hatte. Also schnell raus und erstmal herzlich „Hallo“ sagen. Nach der Begrüßung suchten wir uns alle dann eine Bierbank zum Verweilen und der guten Stimmung und Gemütlichkeit geschuldet blieben wir da auch gefühlt eine Ewigkeit sitzen. Somit verpasste ich auch „Decapitated" und „Alcest", zur Erstgenannten Formation klärt euch aber wieder einmal der General auf:

„Mit Decapitated gibt es dann endlich noch eine Band der härteren Gangart, die immerhin auch schon seit über 20 Jahren Todesblei unter die
Leute bringen. Die Combo hat ihren Sound im Laufe der Jahre auch ein wenig geändert, heute wird mehr moderneres Zeug aufgefahren wie es
scheint. Aber das kann wohl jeder verstehen, dass man vielleicht lieber die Fans der letzten 2 Scheiben bedient. Viele hier dürften Älteres
vielleicht eh nicht kennen. Ist aber auch absolut nicht tragisch, denn auch das neue Zeug knackt richtig fett und lässt weder Fuß noch Nacken
in Ruhe vor sich hinvegetieren. Nur der Sound hätte mal wieder böser / druckvoller sein können. Aber der Gig und die langen Rastas des Sängers
überzeugen vollends. Höre auch von Einigen anderen später, dass dies für sie die Band des Tages war, obwohl man mit Death Metal eigentlich nicht viel am Hut hat.“

Nachdem anschließend Alcest ihre Show beendet hatten hievten auch wir nach Verabschiedung von Papa Schiffel unsere vier Buchstaben von der Bank, um die alten Thrasher von „Sodom“ zu sehen. Was da so genau abging verrät euch Joe:

„Da Alcest mich nicht interessierten ging es top motiviert und ausgeruht zur Bühne, denn Sodom kündigten sich an die Heimat von Schmier zu beehren. (So war es auch nicht verwunderlich dass dieser auch schon als Gast auf dem Gelände gesichtet worden war.) Auch die neue Mannschaft um Onkel Tom schien gut motiviert und so gab es zum Einstieg gleich mal drei Klassiker vor den Latz geknallt (Agent Orange, Sodomy And Lust, Outbreak Of Evil). Sehr schön! Was weiter folgte war ein sattes Oldschool-Set das viele begeistert haben dürfte. So auch mich obwohl ich durchaus auch gern ein paar Songs der letzten Platte Decision Day gehört hätte die ich brutal gut finde. Alles in allem ein klasse Auftritt der Ruhrpottjungs der richtig viel Spaß machte und mit Bombenhagel den perfekten Abschluss fand. Hoch die Hörner!“

Das konnte man definitiv so belassen 😎! Nachdem Sodom also ein ordentliches Brett vorgelegt hatten stieg nun beim Publikum, und vor allem bei Freunden des Melo-Deaths, die Spannung ob der Headliner „Wintersun“ das Level würde halten können. Laut Ankündigung sollte das Hauptaugenmerk auf der ersten Platte liegen, was meines Erachtens für eine Live-Darbietung die absolut richtige Entscheidung ist. Zu pompös und bombastisch für ein Konzert sind die Nachfolgeplatten meiner bescheidenen Meinung nach. Egal, den Gig des heutigen Abends fand ich auf jeden Fall gelungen. Kracher wie „Beyond the dark Sun“ oder „Death and the Healing“ (was für ein Song!!!) zündeten megamäßig und auch das restliche Set wusste zu überzeugen. Der Sound war ordentlich und die Band motiviert. Auch wenn Wintersun bei mir persönlich gewiss nicht mehr ganz den Stellenwert haben wie vor ein paar Jahren noch, so war die Band doch ein würdiger Headliner und ich habe mich gefreut sie speziell mit der ersten Platte nochmal Live zu sehen. Und somit ging dann auch langsam aber sicher das Baden in Blut Festival 2019 seinem Ende entgegen. Nach Abschluss des Konzertes und einem kurzen zusammensitzen am Gelände wurde der Platz dann relativ unfreundlich von den Securities geräumt. Für uns ging es somit nochmals an den Wohnwagen des freundlichen Besitzers auf einen Absacker, ehe mein Reiskocher mir für die Nacht wieder Quartier bieten sollte. Ein paar Stunden Schlaf konnten auch nicht schaden, schließlich stand am Sonntag ja noch der Abbau bevor...

Am Baden in Blut supporteten und rockten wie Sau: Keepers Fraktion Süd mit versprengten Membern und deren Freunde.

Bericht durch General, Joe und Schiffel.


No Poison in my Black!
zuletzt bearbeitet 21.08.2019 20:30 | nach oben springen

#2

RE: Baden in Blut Festival 2019

in Festivals 22.08.2019 20:31
von Schroedel87Kleiner Furz | 27 Beiträge

Danke Leute, geiler Bericht und mal was anderes mit den eingefügten Passagen. Des kann man belasse \m/


"Heb niemals ab vom Acker ohne deinen Tacker!"

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#3

RE: Baden in Blut Festival 2019

in Festivals 22.08.2019 21:38
von primelfear81leer | 2.862 Beiträge

Vielen Dank Schrödel 😎🤘🏻!


No Poison in my Black!
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