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#1

Rock Harz Festival 2019

in Festivals 20.07.2019 16:06
von Schroedel87Kleiner Furz | 27 Beiträge

Intro:
Auch 2019 stand das RockHarz wieder auf dem Terminplan des diesjährigen Festival-Sommers.
Aufgrund von Entfernung und anderen Terminen fiel die Teilnahme der Keepers an der 26. Runde des Rock- und Metalfestivals recht spärlich aus. Neben mir und meinem Onkel (welcher einen Großteil der Clubchaoten im Juni am Rock Hard Festival kennenlernen durfte), fanden nur zwei weitere Chaoten die korrekte Route nach Mitteldeutschland. Deshalb hier an der Stelle „nur“ eine subjektive Zusammenfassung meinerseits.

Mittwoch, 3.Juli 19

Fast schon traditionell lud mein Onkel zur Mittagsstunde zum gemütlichen Grillen bei sich ein. Mit von der Partie war noch ein Kollege, welcher sich das RockHarz alljährlich als Highlight im Kalender markiert.
So wurde sich bei über Feuer gegartem toten Tier, einem kühlen Gerstentrunk und Old School Metal aus der heimischen Anlage schon mal gut in Stimmung gebracht.
Am Nachmittag starteten wir dann unsere erste von vier Pilgerreisen zum nahegelegenen Flugplatz.
Schon bei der Anreise wurde klar, dass man der Aussage der Verantwortlichen „Wir werden auf keinen Fall noch größer“ nicht trauen konnte. Der Zeltplatz war schon jetzt zum Bersten gefüllt mit Partyvolk. Sollte man also mal wieder mit einem amtlichen Camp am Start sein, so wird man um eine reservierte Fläche oder einer, mit Mehrkosten verbundener, Dienstagsanreise nicht drum rum kommen.
Da wir nicht campen mussten, ließen wir uns unsere Laune davon allerdings nicht verderben.
Also Auto abgestellt, rauf aufs Infield und die erste offizielle RockHarz-Hopfenbrause dieses Jahr vertilgt.
Die ersten Bands waren „From North“ und „Brothers of Metal“. Die Zeit während dieser Auftritte vertrieben wir uns im Mutantenstadl, dem relativ nah an der Bühne gelegenen Biergarten.
Von dort aus konnte man sich die beiden Bands entspannt nebenbei antun.
Den nächsten Gig auf der Liste verbuchten „Vader“ und da ging es dann für uns auch endlich nach vorn. Böser Death Metal, welcher das gemeine Sensationspublikum von den wahren Metalheads trennte, sollte geboten werden. Mit vielen Erwartungen ging ich vor die Bühne, schließlich sah ich die Jungs nicht das erste Mal, aber wie so oft machte einem der Sound am RockHarz mal wieder einen Strich durch den Kassenbon. Teils dem Wind geschuldet, teils eher dürftig abgemischt.
Ernüchternd ging es hiernach wieder an eine Zapfsäule und eine Runde durch die Einkaufsmeile schlendern, denn „Combichrist“ und „J.B.O.“ luden regelrecht dazu ein, sich die Zeit anderweitig zu vertun.
Den Abschluss des Warm-up Tags, welcher dieses Jahr wieder nur für 3-Tages-Ticket Inhaber zugänglich war, bestritten U.D.O. Und das war wie fast immer, wenn einfach nur Old School Metal geboten wird, ein würdiges Ende. Dicke Backen standen wieder auf dem Speiseplan, während der kleine Dirkschneider samt Band ordentlich lieferte. Auch der Sound passte endlich.
Mit dem Familientaxi ging es dann wieder nach Hause - an diesem Tag gönnte ich mir den Luxus gefahren zu werden, da ein, im Vorfeld geplantes, Intermezzo am Fickenstand nicht wirklich für das Behalten des Führerscheins plädierte.

Donnerstag, 4. Juli 19

Der Krach am Flugplatz begann am heutigen Tage schon mittags, schließlich war es der erste offizielle Festivaltag. Für mich ging es nach Ankunft erst einmal zum Café Bike, welches die Entdeckung des gesamten Festivals für mich darstellte. Erstklassiger Kaffee in ordentlichen Portionen und auch extravagante Variationen standen dort auf der Karte. Die Jungs und das Mädel arbeiteten die fast immer lange Schlange(welche verrät, dass ich mit meiner Meinung nicht allein dastehe) im Akkord und stets freundlich ab. Auch wenn es nichts mit dem gebotenen Programm zu tun hat, muss ich hier an dieser Stelle einfach Mal Lob und Begeisterung für die Crew aussprechen, Respekt vor allem für dieses Arbeitspensum. Für solche Lobeshymnen sorgt sonst nur der Fischbrötchenstand am Rock Hard Festival bei Seipelinho.
Hellwach vom guten Kaffee startete ich persönlich mit der dritten Band des Tages, „Nervosa“.
Holy Shit!!!! Was war das denn bitte für ein affengeiler Auftritt??? Ohne Erwartungen ging ich vor die Bühne um mir die drei Thrash-Metal-Damen aus Brasilien anzuschauen. Und die gaben dem, noch etwas übernächtigten, Publikum direkt eine aufs Fressbrett. Da flog nebenan bei der J.B.O.-Autogrammstunde, dem ein oder anderen Bananenbieger doch glatt der Tokio Hotel-Patch vom Bademantel.
Total euphorisiert von der geballten Frauenpower kaufte ich mir sogleich eine Langspielplatte beim reisenden Händler meines Vertrauens.
Es folgte noch ein Getränk hier und da und weitere Shoppingausflüge, schließlich war ich auf der intensiven Suche nach Patches für meine neue Kutte, welche Gerüchten zufolge ab Ende September mit den Kriegbert verziert werden soll.
Die nächste Band auf meinen persönlichen Tagesplan war dann „Coppelius“. Ich freute mich riesig, schließlich handelt es sich hier um eine extrem gute Liveband. Allerdings fielen die Jungs leider auch der schlechten Abmischung des Sounds zum Opfer, Gesänge wurden nur durch eines von drei oder vier Mikros gut gehört, die anderen wurden durch die Instrumente übertönt. Wieder einmal kam das RockHarz nicht mit den eher untypischen Musikwerkzeugen wie Klarinette, Cello oder Kontrabass klar….sehr, sehr Schade.
Wenig später gaben sich „Overkill“ die Ehre. Hier passte der Sound wenigstens wieder und so stand ausgiebigem Kopfnicken und Mittelfingererheben nichts im Wege. Ein ordentlich fetter Gig, wie man es von den erfahrenen US-Boys um Frontkreischer Blitz gewohnt ist.
Den Abschluss des Tages bildete für mich, neben einem weiteren Kaffee vom Café Bike, „Amon Amarth“. Auch die Schweden gaben sich mal wieder keine Blöße und fackelten die Bühne im wahrsten Sinne des Wortes ab. Meiner bescheidenen Meinung nach ein großartiger Auftritt, nach dem ich dann durchaus zufrieden und positiv gelaunt den Heimweg antrat.

Freitag, 5. Juli 19

Wieder machte ich mich auf die tägliche Reise ins ca. 20km entfernte Örtchen Ballenstedt.
Abseits vom Campingstress und mit guter Mucke im Auto brachte man sich so schon immer gut in Festivallaune. An diesem Tag allerdings, hätte es mich auch weniger gestört, wenn es einfach dabei geblieben wäre, denn heute hielt die viertägige Veranstaltung so gut wie gar nichts für mich parat.
Ich startete wie gehabt mit einem großen, wohlschmeckenden Kaffee (nein, dieser Bericht ist nicht werbefinanziert und ich verdiene mir auch nicht nebenbei nichts hinzu) und lauschte wieder gemeinsam mit Onkelchen und Kollegen den Livedarbietungen der eigens für das Festivalspektakel angereisten Berufsmusikern.
Allerdings brachte mich hier, wie eingangs erwähnt, nichts dazu meinen weißen, dünnen Arsch vom Hocker zu reißen. Wobei Hocker hier eher metaphorisch für die Bierbänke im Mutantenstadl steht.
So bleibt mir hier an der Stelle zumindest Platz auch mal ein paar gute Sachen des Festivals zu erwähnen. Zum einen gibt’s es da dieses Café Bike…nein, Ernst beiseite (Sorry, Hörr General für den Spruchklau), es war auch dieses Jahr wieder mehr als genug für das leibliche Wohl der Festivalgänger gesorgt und auch wirklich für jeden etwas dabei. Sei es aufgrund von tatsächlichem Hunger oder nur um dem unvermeidlichen, ständigem Runterspülen von alkoholhaltigen Flüssigkeiten entgegenzuwirken, hier hatte ein jeder die Möglichkeit Nahrung in seinen Unrumpf zu stopfen.
Ich erwähne auch hier gern wieder den bei vielen Keepers beliebten veganen Burger.
Desweiteren wurden diesjährig diverse Sorten von Apfelwein an jedem Ausschank zum erfrischen angeboten. Sollte man also auf dem sonst gottverlassenem Feld mal Handyempfang gehabt haben, konnte man Mutti am Telefon beruhigen und ihr erzählen, man nehme den ganzen Tag wichtige Vitamine zu sich.
Zu loben sind außerdem die sanitären Anlagen auf und um das Infield herum. Aufgebaute Spültoiletten waren in ausreichender Anzahl verfügbar und wurden ständig sauber gehalten. Vorbei sind die Zeiten dieser Pinkel-Pilze, bei denen es nach dem ersten Tag eigentlich egal war, ob man in das vorhandene Pissoir pinkelt, oder seinen Lörres einfach in der Nähe dessen raushängen und laufen lässt, da man sowieso in einem 10 Meter Umkreis in einer Lache stand.
Das Bild, welches sich hier an den Pissoirs im Ifnfield bot, sagte allerdings auch wieder einiges über das hiesige Publikum aus. Meterlange Schlangen von allen Seiten und lange Wartezeiten, während 30 Meter weiter, an der Getränkeabgabe genau vor dem Einlass, alles frei war. Also kurz raus und wieder rauf aufs Infield wäre eine Option gewesen, die scheinbar nur einer…..nämlich ich….erkannte. Gutwillig schob ich den Verlust der Fähigkeit 1-2 Sekunden nachzudenken, um sich geistig von einem Pantoffeltierchen zu unterscheiden, mal auf die brachiale Aufnahme von alkoholisierten Getränken.
Gut geregelt wurde dieses Jahr auch der Einlass der Tagesgäste. Ein extra Eingang direkt an der zur Straße gelegenen Seite machte eine langwierige Wanderung über das Campinggelände sowie lange Wartezeiten am Haupteingang hinfällig. Eine kurze Diskussion am ersten Tag, mit sich widersprechenden Ordnern ist an dieser Stelle geschenkt. Es wird also nicht alles schlechter am RockHarz!
Um wieder aufs musikalische zu kommen, die einzige hörenswerte Band an diesem Tag waren „Hypocrisy“, welche ordentlichen Death Metal boten. Alle anderen Slots waren eher für die gemeinen RockHarz-Vasallen bestimmt. Mittelalter-Bands, Party-Truppen und haufenweise atmosphärische Bands, wie „The Nightflight Orchestra“ oder Headliner „Dimmu Borgir“. Durchaus viele Bands mit gewisser Daseinsberechtigung, jedoch absolut nicht meine Baustelle. Man kann es halt nicht immer jedem recht machen.

Samstag, 6.Juli 19

Der finale Festivaltag stand an und dieser sollte eine absolute Wiedergutmachung des eher nicht benötigten Freitags werden.
Wie gewohnt traf ich wieder frühzeitig und vergleichsweise ausgeruht auf der staubigen Einöde nahe der Teufelsmauer ein. Tatsächlich verwandelten anhaltende Trockenheit und ständiger Wind meine Kutte nach und nach in einen rostbraunen Lederlappen.
Die erste Band für mich waren heute „Visions of Atlantis“, mit einem doch sehr guten und meiner Meinung nach unterbewerteten Auftritt. Sonst nicht meine Baustelle, aber die Rückkehr zu ihren musikalischen Wurzeln à la „Nightwish“ und die klare, kräftige Stimme von Französin Clémentine Delauney machten diesen Gig durchaus sehens-und hörenswert. Sehenswert im Übrigen nicht nur deshalb, weil ich die Frontfrau im Nachhinein zufällig auf der Shoppingmeile traf und mir ein genaueres „Bild“ machen konnte *hust*.
Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten, denn mit „Burning Witches“ stand wieder eine reine Frauentruppe auf dem Präsentierteller, welche astreinen, schnörkellosen Heavy Metal boten.
Ein sauberer Auftritt, der wieder einmal gezeigt hat, dass es oft ein paar Frauen braucht, um den Kerlen auf der Bühne zu zeigen, was Eier sind. Und um beim Thema Eier zu bleiben, der nächste Slot war mit „Grand Magus“ besetzt und die brachten mal wieder ganze Melonen mit. Sehr schade nur, dass sie jedes Mal wieder Spielzeit am frühen Nachmittag bekommen….zu wenig Zeit, zu viele Songs die man noch hören wollte. Eine auserwählte Gruppe von Keepers-Jüngern feierten JB, Fox und Ludwig dennoch in alter Manier so gebührlich ab, wie sie es verdienten.
Ein Highlight jagte heute das nächste. Direkt im Anschluss traten „Anvil“ auf und man merkte den Jungs, um die es lange Zeit still war, an, dass sie einfach nur Spaß haben wieder live vor größerem Publikum zu spielen.
Es folgten solide Gastspiele von „Grave“ und „Legion of he Damned“, jeweils mit einer Band dazwischen, welche zum Essen und Trinken ganz gut platziert waren. Death und Thrash Metaller kamen heute also ganz gut auf ihre Kosten und so war dieser Tag auch für mich ein sehr gelungener Finaltag. Eine kleine Anekdote an dieser Stelle noch zu den Mädels von „Burning Witches“, welche beim Auftritt von „Grave“ direkt in die zweite Reihe stürmten um dort mit zu rocken – unglaublich true und sympathisch, wie ich finde.
Zum Abschluss traf sich unsere kleine Keepersfraktion wieder zu „Epica“, wobei die allgemeine Intension dahinter eher weniger der musikalische Hochgenuss, als die Optik von Simone Simons war. Durchaus klang der gesamte Auftritt auch eher nach Playback, zu klar, zu kräftig und vor allem zu fehlerfrei klangen die Vocals aus den Boxen. Aufgrund von diversen anderen Gesprächen abseits des Bühnengeschehens hatten wir dennoch genügend Spaß.
Die Headliner des Tages bildeten „Korpiklaani“ und „Children of Bodom“. Wieder einmal nicht mein Geschmack, zumal ich beide schon gesehen hatte und für mich klar war, dass ein Warten, um zu schauen ob es mir nicht doch gefallen könnte, sinnlos wäre. Nun verabschiedete ich mich von unserer illustren Runde und trat meine letzte Heimreise an.
So ging das diesjährige RockHarz für mich zu Ende und es war auch diesmal, trotz des Partypubikums, welches immer mehr bedient wird, wieder ein solides Festival mit einigen Highlights und Überraschungen…….und gutem Kaffee.

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Am RockHarz für euch dabei: Schroedel mit Hangarounds
Bericht von Schroedel


"Heb niemals ab vom Acker ohne deinen Tacker!"

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#2

RE: Rock Harz Festival 2019

in Festivals 21.07.2019 19:38
von Generalleer | 2.024 Beiträge

Zitat von Schroedel87 im Beitrag #1
Ernst beiseite (Sorry, Hörr General für den Spruchklau)


Es sei ausnahmsweise einmal genehmigt

Sehr guter Bericht möchte ich hier mal befinden!

Und hier mal noch meine Anmerkungen dazu:
Nervosa sind tatsächlich eine verdammt geile Band, nicht umsonst hab ich damals beim Auftritt der Damen auf dem Bib ein verflucht geiles Shirt gekauft mit der herrlichen Aufschrift "Intolerance means War" hinten drauf. Die Band ist klasse, macht geile SOngs und ordentlich Druck und ist vor allem Live eine echte Wuchtbrumme!

Burning Witches waren dieses Jahr für mich quasi auch Pflicht auf dem Bib, hatten leider hier aber enorme Technik-Probleme. Aber die Band könnte mal richtig groß werden, wenn die Qualität der Songs so bleibt und die Performance auf der Bühne noch ein bisschen besser wird. Da ist noch Luft nach oben.


Open Fire!
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#3

RE: Rock Harz Festival 2019

in Festivals 24.07.2019 19:24
von primelfear81leer | 2.862 Beiträge

Bockstarker Bericht, Schrödel 💪🏻!


No Poison in my Black!
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#4

RE: Rock Harz Festival 2019

in Festivals 25.07.2019 20:00
von Schroedel87Kleiner Furz | 27 Beiträge

Mörci


"Heb niemals ab vom Acker ohne deinen Tacker!"

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#5

RE: Rock Harz Festival 2019

in Festivals 26.07.2019 19:32
von fuckinhaennesStinkender Furz | 679 Beiträge

Echt geiler Bericht, Schrödel!! Ein gewisses Talent für sowas ist dir nicht abzusprechen!


En guter Bierdurscht isch halt was Herrlichs!!
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#6

RE: Rock Harz Festival 2019

in Festivals 02.08.2019 19:29
von Schroedel87Kleiner Furz | 27 Beiträge

Danke fürs fleißige lesen, da weiß man dass mans nicht umsonst schreibt


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